There’s life in the old dog yet!

Allen Vermutungen zum Trotz: ich bin weder tot, eingeliefert oder durch Medikamente ruhig gestellt. Wobei letzteres eine Lebensalternative wäre, die ich nicht ganz auszuschließen vermag – irgendwann, irgendwie, irgendwo.

Was hat mich also zum Schweigen gebracht?

Ich könnte jetzt großspurig von einer Schreibblockade berichten. Wobei ich a) nicht weiß, was es über eine Blockade des Schreibens zu erzählen gibt und b) ich diesen, nur für wahrlich begnadete Schriftsteller reservierten, Begriff nicht ohne Schamesröte für meine Zwecke missbrauchen möchte.

In der Tat ist es aber so, dass auch ein Blogger neue, frische und ausgefallene Texte braucht, um seine Anhängerschaft zu befriedigen. Und genau hier knirscht es im Gebälk.

Schreibe ich einen Roman, so habe ich mich normalerweise vorbereitet – und sei  es nur grob. Einstieg, Mittelteil und fulminantes Ende. Ein roter Faden, der auch gerne mal rosa sein darf, sich aber durch all die Seiten des Buches windet. Neue Ideen werden nicht sofort nach außen getragen, sondern ausprobiert. Leise – im stillen Kämmerlein. Nur für sich – allein.

Anders sieht es beim Blog aus: neue Ideen müssen ständig an die Öffentlichkeit getragen werden. Das Blog muss permanent um das Interesse der Leserinnen und Leser buhlen. Zeit zum Verschnaufen bleibt dem Schreibenden nicht. Maximal zwei Tage liegen zwischen Veröffentlichung und (neuer) Erwartungen. Will man dem nachgeben, so besteht die Gefahr, dass die Texte verflachen, inhaltsloser und schludriger werden. „Worst case“ sowohl für den Leser als auch den Autor. Bedeutungslosigkeit hält Einzug.

So in etwa erging es mir die letzten Wochen und Monate. Keine frischen Ideen, keine Leichtigkeit beim Tippen der Buchstaben und kein Schmunzeln beim Lesen meiner Zeilen. Dies alles mag ein Resultat meiner eigenen Befindlichkeit gewesen sein, die Summe aller Medikamente und schlaflosen Nächten.

Schön einfach. Schuld sind die Anderen und wenn nicht die, dann das Andere. Irgendwas geht immer und immer – schief. Verantwortungsverschiebungsgedankengang. Klein und hilflos. Rettet mich – sofort. Ertrinke in Selbstmitleid. Werfet mir den Ring zu.

Schwulstige drei Zeilen, oder? Inhaltlich ausnahmslos kacke. Fäkal soll die Auflage steigern. Also erhebe ich meinen Arsch und versuche weiterhin das, was ich kann: ein wenig schreiben, ein bisschen kämpfen und noch mehr grinsen. Vielleicht falle ich – und wenn es nur aus meiner Rolle ist.

Und wenn Ihr mal länger nichts von mir lest, dann denkt an diese Zeilen. Irgendwas wird wohl immer passen und wenn nicht, lasst es mich wissen.

Ich bleibe Euch jedenfalls treu.

 

 

 

Bildquelle: http://www.blogszene.com/

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4 Antworten zu “There’s life in the old dog yet!

      • Du weißt genau, daß du nicht deshalb nicht geschrieben hast, weil “man” dann täglich von dir etwas erwartet hätte gemäß den Anforderungen “größer-höher-weiter” – ich finde, daß du deine dir gewogenen Leser mit diesem Eintrag unnötig beleidigst.

      • So ganz kann ich mich mit Deinem Vorwurf nicht identifizieren. Ich habe im Artikel ganz klar formuliert, woran es in den letzten Wochen und Monaten gelegen hat:

        So in etwa erging es mir die letzten Wochen und Monate. Keine frischen Ideen, keine Leichtigkeit beim Tippen der Buchstaben und kein Schmunzeln beim Lesen meiner Zeilen. Dies alles mag ein Resultat meiner eigenen Befindlichkeit gewesen sein, die Summe aller Medikamente und schlaflosen Nächten.

        Nichtsdestotrotz entsteht ein Druck, der aber nur bei mir zu suchen ist und mit diesem Artikel habe ich versucht, mich damit auseinandserzusetzen. Eine Beleidungung gegenüber meinen Lersern vermag ich nicht zu erkennen. Wer mich schon länger liest wird wissen, dass dies auch nie meine Intention sein wird.

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