Verdammt!

Verdammt!

Unzählige Wochen sind vergangen und ich bekomme einfach meinen Arsch nicht hoch.

Ich sitze vor der Tastatur und bekomme keine ganzen Sätze zustande. Ich stehe im Mantel vor der Tür und schaffe keinen Schritt über die Schwelle. Ich höre die guten Worte und fühle mich taub.

Sobald ich meine Augen schließe finde ich mich inmitten eines Ozeans wieder. Delphine schwimmen im Kreis. Ich kann sie hören und doch nicht verstehen. Grell scheint mir die Sonne ins Gesicht. Schwimmend ertaste ich mir den Weg nach vorn. Es wird dunkel und ein riesiger Strudel erscheint dort, wo zuletzt Delphine tanzten.

Der Sog zieht mich nach unten und lässt hunderte Jugendbilder vor meinem geistigen Auge erscheinen. Ich will aufwachen und doch nicht. Vieles ist so vertraut schön. Ich spüre keinen Schmerz. Nur die Last, die im Gewässer an Trägheit verliert. Alles ist erträglich. Sogar der Tod.

Wenn ich aufwache ist es bereits dunkel in meiner Straße. Es ist nicht spät. Einfach nur dunkel. Gegenüber im dritten Stock scheint Licht aus einem Fenster. Die ganze Nacht – seit Wochen. Wahrscheinlich denkt er – der hinter dem Fenster – ebenso. Vielleicht sollte ich Ihn ansprechen?

Ich bin immer noch allein. Oder doch nicht? Immerhin sind wir schon zwei Fenster. Tag und Nacht. Mittlerweile ist es nicht nur dunkel sondern auch spät. Relativ. Musik und TV geben mir das Gefühl, am Leben teilzuhaben. Aber eben nur das Gefühl. All die glücklichen Menschen – nur gekauft – nur gestellt. In unseren Fenstern spiegelt sich immer noch das Licht. 150 Lumen.

Übrigens habe ich eine Einladung bekommen. Wieder einmal. Es zerreißt mich innerlich. Meine Chance zur Teilhabe am sozialen Leben. Ich mag die Einladende. Danke! Ob ich komme? Nun,  eher nicht. Kann nicht. Absolut. Denkt an mich. Trinkt einen für mich mit. Danke – Merci – Gracias!

Es ist ja nicht so, dass ich nicht wollen würde. Ganz im Gegenteil. Sozial ist gut. Soziales Leben noch besser. Aber ich habe einen gewaltigen Schiss davor, in die Dunkelheit zu gehen. Ich habe Angst vor dem dunklen Weg, der niemand anderen ausspuckt als mich selber. Stille + Dunkel = Angst. Leider alles Variablen, die austauschbar sind, ohne am eigentlichen Ergebnis etwas zu ändern.

Es ist zum Kotzen. Allein ich kann etwas daran ändern. Nur eben schwimme ich nicht und die Trägheit der Last ist ungleich höher. Vielleicht lege ich mich wieder nieder zum Träumen. Bleibt mein Arsch halt da, wo er ist – unten.

Bad idea! Ich höre schon die mahnenden Rufe – „@wewq@w/&/&ew2@“

Also was bleibt?  Arsch hoch – machen – irgendwie, irgendwo – nur machen – weinen und lachen – und weiter weitermachen. Vielleicht macht Ihr mit (mir)? Das wäre schön. Denn Ihr seid mein Sinn!

 

 

Bildquelle (c): runnersworld.de

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4 Antworten zu “Verdammt!

  1. Liebend gerne würde ich dir hier ganze viele aufmunternde Worte da lassen. Dir sagen, dass alles geht und das es vor allem wieder gut wird. Doch – und da beginnt das Problem von netten und gut gemeinten Worten – ich weiß es genau so wie du besser. Ich weiß, dass es keine Garantie fürs Besserwerden gibt. Es könnte werden. Müsste sogar. Aber…
    Trotz diesem Wissen wünsche ich dir, dass du dein mutiges Innenleben bald wieder findest, damit es klappt mit der Dunkelheit und den Bekannten. Und vielleicht auch wieder so richtig mit dir und dem Leben.

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